2012-04-30 15:45

Chinesische Fragen

Der DokLab-Wasserfilm über Nestlé hatte am Internationalen Filmfestival in Peking insgesamt drei Auftritte. An der zweiten Vorführung im Huashi Broadway Cinema nahm von Schweizer Seite Res Gehriger teil. Der Zürcher Journalist stellte sich im Anschluss an die Vorführung der Diskussion.

Gehriger, der den Hauptteil der Filmrecherchen tätigte, war von den Festivalorganisatoren eingeladen worden. Hier sein Kurzbericht: "Der Film war chinesisch untertitelt (auf einer LED-Banderole unter der Leinwand). Am Schluss gab es verhaltenen Applaus. Alle blieben zum Q&A. Eine der ersten Fragen war, ob uns die Schweizer Regierung bei der Produktion Schwierigkeiten gemacht habe. Die Chinesen staunten nicht schlecht, als ich erzählte, dass wir im Gegenteil sogar öffentliche Gelder für die Produktion bekommen haben... Sonst ging es vor allem um die himmeltraurige Wasserqualität in China. Hier trinkt niemand Leitungswasser, ohne es zuerst abzukochen. Flaschenwasser ist deshalb für viele eine Alternative. Grosses Staunen herrschte darüber, dass wir in der Schweiz ohne weiteres von Brunnen und ab dem Hahnen trinken können."

Das 2. Beijing International Film Festival ging am 28. April zu Ende. Der Anlass war mit vielen Festivalfahnen in weiten Teilen der Innenstadt präsent. Die Eröffnungszeremonie wurde live im Fernsehen übertragen. Die Chinesen bemühen sich mit dem Aufbau ihres grossen Festivals, den Anschluss an die glamouröse internationale Festivalwelt zu schaffen. Im Zentrum standen deshalb nicht Dokumentarfilme, schon gar nicht solche aus China, sondern neueste 3-D-Produktionen und Blockbusters. In Peking vertreten waren wichtige amerikanische Filmgesellschaften. Diese können dank der WTO  verstärkt den chinesischen Markt bedienen. Die Bosse von Fox und Disney hatten in Peking denn auch wichtige Auftritte.

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